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HIT RADIO FFH

Der Weg zum Erfolg

 

Der Grundstein für einen hessischen Privatsender wurde im April 1987 mit der Landtagswahl gelegt. Dr. Walter Wallmann (CDU) kündigte in seiner Regierungserklärung als eines seiner Hauptziele den Aufbau des dualen Rundfunk (das Nebeneinander von öffentlichrechtlichen und Privaten) in Hessen an. Noch im selben Jahr setzte Dr. Wallmann eine Expertenkommission zur Vorbereitung eines Privatrundfunkgesetzes ein.

Beteiligt waren die betroffenen Interessenverbände, insbesondere der Verband Hessischer Zeitungsverleger, unter ihnen entstand der Entwurf dieses Gesetzes. Das erste Hessische Privatrundfunkgesetz trat am 30. November 1988 in Kraft. Am 29. Mai 1989 wurden im Staatsanzeiger erstmals UKW-Frequenzen für ein ganztägiges, landesweites Hörfunk-Vollprogramm ausgeschrieben.

Schon ein Jahr vor der Lizenzausschreibung, am 15. März 1988, gründeten 36 hessische Zeitungs­verlage (sie repräsentierten 95 Prozent der Tageszeitungsauflage des Landes) unter Führung des VHZV die Anbietergemeinschaft „Funk & Fernsehen Hessen GmbH & Co. Betriebs-KG“ - kurz „FFH“. Der Kreis der 36 Gründungsgesellschafter erweiterte sich am 5. Juli und am 26. Oktober 1989 um weitere Medienunternehmen sowie um die Groß-Organisationen Landessportbund und Hessischer Bauernverband.

 

Jetzt wird es ernst, bekommt FFH seine Sendelizenz ?

 

Bewerbungsschluss für die begehrte Sendelizenz war der 2. August 1989, punkt 18 Uhr. 45 Minuten vor dem Ablauf gaben Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth und der zeitweilige Geschäftsführer Dr. Harald Jossé den gut 200-seitigen, gebundenen Lizenz-Antrag bei der hessischen Landesanstalt für Privaten Rundfunk in Kassel ab, wissend, dass die drei verbliebenen Mitbewerber chancenlos waren.

Einstimmig vergab die Versammlung der LPR am 6. November 1989, die Lizenz für das erste pri­vate Hörfunkprogramm in Hessen an die Funk & Fernsehen Hessen GmbH & Co. Betriebs-KG. Ministerpräsident Dr. Walter Wallmann begrüßte diese Entscheidung, sie werde den publizistischen Wettbewerb in Hessen stärken. Die Entscheidung für RADIO FFH war gefallen. Im damals noch unansehnlichen Restaurant des Frankfurter Hauptbahnhofs nahm Geschäftsführer Gebhard Ohnesorge vor zwölf Jahren die Sendelizenz für RADIO FFH am 13. November 1989 entgegen! Inzwi­schen ist die Lizenz am 18. Januar 1999 unter Ausschöpfung des möglichen gesetzlichen Rahmens um fünf Jahre verlängert worden.

 

Darf FFH seinen Namen behalten ?

 

Die erste PR-Kampagne, die FFH positiv in die Schlagzeilen brachte, wurde - unfreiwillig vom Hessischen Rundfunk (hr) betrieben. Dieser stand dem privaten Rundfunk damals nicht eben wohl­wollend gegenüber und überzog das gerade erst geborene Unternehmen mit einer Unzahl von Pro­zessen. Nicht nur die Streitwerte dürften mit je einer Million Mark zu hoch angesetzt gewesen sein, auch die kostentreibende Hinzuziehung eines Patentanwalts aus München war sicher nicht notwen­dig, zeigte aber, worum es dem Kläger ging. Gegenstand der Klage: Die Firmierung „Funk & Fern­sehen Hessen“ führte den Bestandteil „Hessen“ im Namen. Der damalige Intendant des Hessischen Rundfunks Prof. Hartwig Kelm bestand darauf, dass jede Verbindung des Begriffs Rundfunk mit der Bezeichnung „Hessen“ allein dem Hessischen Rundfunk vorbehalten sein müsse. Er befürchtete Verwechslungen.

Die Prozesse verschafften dem jungen Unternehmen FFH in der Gründungsphase eine ungeheure Publizität. Die Sympathien des Publikums lagen eindeutig auf Seiten des jungen und schwachen „David“, der sich gegen den etablierten und übermächtigen „Goliath“ zur Wehr setzte. Als der hr sich dieses Effektes bewusst wurde, konnten die noch nicht entschiedenen Verfahren außergericht­lich beendet werden. Die Aktenberge der Verfahren schlummern noch heute im Büro von Gebhard Ohnesorge. Man einigte sich, den Namen nur noch in der Kurzform FFH zu verwenden. Am 11. Juni 1990 wurde dann die bis heute gültige Firmenbezeichnung Radio/Tele FFH GmbH & Co. Be­triebs-KG ins Handelsregister eingetragen.

Das Verhältnis der beiden Konkurrenten hat sich längst entspannt. 1997 machten HIT RADIO FFH und der Hessische Rundfunk sogar gemeinsame Sache bei einem Aprilscherz. Am 1. April 1997 waren sie gemeinsam der Zeit voraus - ganz genau um eine Stunde. „Es ist fünf vor sieben“ ver­kündete FFH-Moderatorin Sabine Schneider um fünf vor sechs. Auch hr-Moderator Lars Cors schickte die erschreckten Hörer vier Stunden lang mit der falschen Zeitansage in den April!

Junger Privatsender sucht Mitarbeiter !

 

Am 12. Juli 1989 bereiteten sich schon elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Anbau, der heutigen FFH-Kantine, auf den Sendestart von RADIO FFH vor. Auf eine im Frühjahr l989 ge­schaltete Anzeige hatten sich 3.500 junge Journalistinnen und Journalisten beworben.

Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter lag 1989 gerade mal bei 25 Jahren. Dennoch hatten die meisten schon Hörfunkerfahrung.

Heute, nach zwölf Jahren, arbeiten ca. 100 festangestellte Mitarbeiter für Hessens erfolgreichstes Pro­gramm - HIT RADIO FFH. Ungewöhnliche Aktionen trugen dazu bei, die Kommunikation im Haus zu verbessern und über den eigenen Tellerrand zu schauen. Am 21. November 1995 tauschten die Mitarbeiter des FFH-Teams ihre Arbeitsplätze untereinander. Der Technische Leiter wurde ans Hörertelefon versetzt, der „Wetterfrosch“ schrieb die Regionalmeldungen und die Musikassistentin moderierte.

Die Leiterin der Musikredaktion, Sabine Neu, hatte schon vom fernen Kiel aus ihre Arbeit aufgenommen und gemeinsam mit der Programm-Direktion ein Musik-Konzept entwickelt. Nachdem die Mannschaft zum 1. Oktober 1989 komplett war, begann für das 55-köpfige FFH­-Team ein umfangreiches Trainings-Programm: von der Einführung in das FFH-Programmkonzept bis hin zur zweitägigen Hessen-Kennenlern-Rufldfahrt am 9. und 10. Oktober.

Fliesenleger, Maler und Teppichleger waren zwei Wochen vor Sendestart die ersten FFH-Hörer. Im Probelauf wurde das 24-Stunden-Programm geübt und über die Haussprechanlage übertragen. „Das Gefühl - Mehr zu erleben“ versprach einer der frischproduzierten FFH-Slogans. Die Mitarbeiter empfanden es uneingeschränkt so, wie FFH-Moderatorin Diana Hartmann bestätigt. Als es am 15. November endlich soweit war, war die Spannung kaum noch zu überbieten.

FFH steht in den Starlöchern

 

Am 28. Dezember 1988 mietete das Unternehmen 1500 Quadratmeter Fläche in Frankfurt­-Rödelheim und begann mit dem Ausbau des Sendegebäudes. Das Architektenteam Drexler & Part­ner, München, erfahren im Radio-Bereich, ließ das Fabrikgebäude komplett entkernen und für die Bedürfnisse eines modernen Sendebetriebs umbauen.

Im zweiten Geschoss wurde der große Redaktionsbereich, das Herzstück des neuen Radios unterge­bracht. Mittendrin hatte die Nachrichtenredaktion ihren Platz. Die „Selbstfahrer-Sendestudios“ wurden an das Kopfende der Redaktion gebaut - direkt vor den Platz des Chef vom Dienst - links und rechts die Sendestudios, in der Mitte das Nachrichtenstudio. Die beiden Musikredakteure Fred Schoennagel und Andreas Karczewski, seit dem 1. August 1989 bei FFH, waren die ersten „Be­wohner“ des neuen Sendehauses am Graf-Vollrath-Weg. Sie arbeiteten noch inmitten des Baustellen-Chaos.

 

Und ab jetzt kommt FFH rüber

 

„Ab jetzt gibt‘s kein Halten mehr“, frohlockte Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth am 15. No­vember 1989 kurz vor der ersten Sendeminute. Mit Handschlag begrüßten er und Geschäftsführer Gebhard Ohnesorge die eintreffenden Mitarbeiter frühmorgens um 4.30 Uhr am ersten Sende-Tag zur Arbeit. Äußerlich waren auch die Moderatoren und Redakteure ruhig, aber innerlich wären sie am liebsten geplatzt. Diana Hartmann und Uwe Hackbarth zogen sich in ein ruhiges Eckchen zu­rück, um sich noch einmal zu konzentrieren. Alle schauten gebannt auf die Studiouhr. Dann ging‘s los. Pünktlich um 4.55 Uhr wurde am ersten Sendetag das Mikrofon aufgezogen. „Ich bin Uwe Hackbarth“, stellte sich der Nachrichtensprecher vor und präsentierte die ersten Nachrichten. Nach der fünften Meldung kam die eigentliche Neuigkeit des Tages: „Ab heute gibt es einen privaten Hörfunk-Sender in Hessen: RADIO FFH. Das Programm wird rund um die Uhr ausgestrahlt“. Nach dem Wetter und dem Verkehrsservice startete FFH-Moderatorin Diana Hartmann den ersten Musiktitel „Flying Through the Air“ von Oliver Onions.

Danach wurden die Hörer begrüßt „RADIO FFH, 4 Uhr 58. Ab heute sind wir für Sie da. Ich bin Diana Hartmann, guten Morgen“. Begeistert klatschte die Belegschaft. Es war ein Start ohne Pannen. „Wir werden gehört!“, freute sich die Kol­legin am Hörertelefon, als gleich nach Sendebeginn die ersten Hörer anriefen. Als die Hörer aufge­rufen wurden, vom Wetter in ihrer Region zu berichten, stand das Telefon nicht mehr still. Nur neun Tage nach Lizenzerteilung ging RADIO FFH damit 94 Stunden live aus Hessen“ auf Sendung:

Zwölf Jahre und elf Media-Analysen später ist es geschafft: HIT RADIO FFH kennen über 95 Pro­zent der Hessen, seit elf Jahren ist der Sender Marktführer im Lande. Und im Jahr 2000 werden so viele Hörer wie nie zuvor erreicht.

Der Großteil der Hörer nutzt das Programm zur Be­gleitung durch den Tag. Es läuft auf dem morgendlichen Radiowecker ebenso wie im Auto und am Arbeitsplatz. Der durchschnittliche Nutzer von FFH hört pro Tag über 190 Minuten. Er schaltet bewusst das Programm ein - aber nicht gezielt eine Sendung. Kritiker haben das Wort vom „Dudel­funk“ geprägt, der vor sich hin dudelt....

Begleitprogramm ist das richtige Stichwort. Einschaltpro­gramme waren die Radioprogramme von damals - oder die Fernsehprogramme von heute. Gezielt eingeschaltet wird „ran“ auf  Sat 1 oder die „Tagesschau“, „Wetten dass“ oder die Formel 1-Ubertragung. Nach der Sendung wird wieder weggeschaltet, obwohl die TV-Sender natürlich auch versuchen, ihre Seher zu halten.. Dennoch wird beim TV gezapped. Beim Radio ist man seinem Programm sehr treu: Vor 15 Jahren (bei 50 Pro­grammen) hörte der Deutsche durchschnittliche 1,3 verschiedene Radioprogramme pro Tag. 1999 gab es 250 verschiedene Programme - und pro Hörer wurden trotzdem nur 1,3 verschiedene Pro­gramme genutzt. Die Programm-Bindung ist enorm hoch.

Wenn das Programm eingeschaltet wird und nicht eine einzelne Sendung, dann bedeutet das für die Radiomacher: Das Programm muss konsistent programmiert sein. Der Hörer muss wissen, was ihn erwartet. Welche Musik? Wie viel Wort? Welche Moderatoren? Welche Fixpunkte gibt es im Stundenablauf?

Die FFH Musik

 

Gestartet ist FFH mit „den schönsten Qldies und aktuellen Hits, die garantiert Oldies werden“. Vom ursprünglichen Oldie-Sender wandelte sich das Programm langsam („Hit für Hit ein Hit“) zum Ra­dio, das die Hits spielt und nichts anderes. Musik aus den letzten 20 Jahren — aber eben nur die Hits. Es wäre kein Marketing, wenn dem veränderten Musikformat nicht ein modifizierter Name folgt‚ Aus‘ Radio FFH ‘wurde 1995 Hit Radio FFH. Der Slogan „Die stärksten Hits. Der beste Mix.“, bringt die Musikauswahl von HIT RADIO FFH auf den Punkt: Kaum war aus RADIO FFH ein HIT RADIO geworden, brach auch bei nachahmenden Kollegen die HIT-Welle aus: Hit Radio Schleswig-Holstein, Hit Radio Antenne Niedersachsen, Hit Radio 03 in Österreich.

Auch die 500 Hörerwünsche, die täglich per Fax, e-Mail oder Telefon in die Musikredak­tion kommen, sind ein direkter Draht zum Musikgeschmack der FFH-Hörer. Sie helfen das FFH­ Musikformat anzupassen. Wöchentlich setzt sich die Musikredaktion zusammen, hört neue Songs und diskutiert, ob und wann welcher Titel im Programm von HIT RADIO FFH erfolgreich gespielt werden könnte.

Seit dem Sendestart füttern die Musikredakteure die Musikplanungssoftware „RCS­-Selector“ mit differenzierten Titelinformationen. Tradition hat mittlerweile die längste Hitparade in Hessen: der Hit Marathon. Jedes Mal denken sich die Programm-Macher von HIT RADIO FFH etwas neues aus, um die Lieblings-Hits der Hessen zu präsentieren. Die Hörer wählen ihren Lieblingstitel per Postkarte. Der meistgewünschte Hit bildet das Highlight im spektakulären Finale. Diana Hartmann und Wolfgang Kurzke moderierten 40 Stunden nonstop aus dem Studio in Frankfurt und präsentierten 1 700 Musiktitel. Während dieser Zeit wurden Sie von besorgten Hörern versorgt: eine Firma brachte ein Gerät für frischen Sauer­stoffs eine Masseurin entspannte die stark strapazierten Nackenmuskeln — selbst der Blutdruck wur­de gemessen. Vor dem großen Finale in London bekam Wolfgang Kurzke eine Komplettrasur im Studio verpasst und auch Diana wurde frisiert und geschminkt.

Ein anderes spektakuläres Event lockte am Neujahrsmorgen 1999 mehr als 30 000 Menschen aus dem Bett. Sie begrüßten den “Euro“ und bildeten gemeinsam das erste ‘lebende Eurozeichen“ an einem historischen Ort — auf dem Platz vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Mit dabei war Ministerpräsident Hans Eichel, der ein Grußwort von Bundeskanzler Gerhard Schröder verlas. Drei Helikopter mit Journalisten kreisten am Himmel und fingen das “Euro-Bild“ ein, das weltweit durch alle Medien ging. Die Initiatoren Dresdner Bank, Deutsche Bank, Commerzbank, Maleki Group und HIT RADIO FFH schenkten allen Hörern, die dabei waren, zur Erinnerung eine Urkun­de und einen Schoko-Euro. Für die Silvesterparty an der Schwelle zum Jahr 2000 haben sich die Radiomacher etwas ganz be­sonderes ausgedacht. Mit einer 40 Meter hohen Zahl “2000“, gebildet aus Riesenrädern, will HIT RADIO FFH zusammen mit seinen Hörern das Jahr 2000 begrüßen. Zum Jahreswechsel wird am Mainufer in Frankfurt ein spektakuläres Gala-Feuerwerk zwischen Wolkenkratzer-Kulisse und der Riesenrad-2000 abgeschossen. Seit über einem Jahr laufen die Vorbereitungen, um die bisher ein­zigartige Idee umzusetzen. Die drei Riesenräder, die die Nullen der Zahl 2000 bilden, sollen sich schon ab dem 30. Dezember drehen.

 

Großumzug nach Bad Vilbel

 

Das alte Funkhaus in Rödelheim platzt aus allen Nähten - trotz der mehrfachen Zumietung weiterer Räume. Die Parkplatzsituation ist katastrophal. Durch die Enge ist ein idealer Arbeitsablauf nicht mehr möglich. Diese Situation ließ bei den Gesellschaftern Neubaupläne reifen. Am 29.Mai 1998 beschloss der Gesellschafterausschuss ein neues Funkhaus zu bauen mit dem die geschilderten Probleme zu lösen wären. In Bad Vilbel konnte von der Stadt ein 4.555 Quadratmeter großes Grundstück in bevorzugter Lage direkt am Bad Vilbeler Burgpark erworben werden. Der neue Sendestandort ist optimal an öffentliche Verkehrsmittel sowie das Autohahnnetz angebunden. Nach einem internen Wettbewerb unter drei Architektenbüros wurden die Münchner Architekten Drexler & Partner beauftragt, die schon 1989 den Innenausbau in Rödelheim betreut hatten. Das Funkhaus wird eine völlig neue, hypermoderne technische Ausstattung erhalten. Bei der Planung des Gebäu­des sind auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Der Bau ist so gestaltet, dass auf eine Klimatisierung verzichtet werden konnte (Ausnahme: die Studios). Die Dachflächen werden exten­siv begrünt. Die Tiefgarage wird natürlich belüftet. Auf dem Grundstück selbst gibt es ausreichend Parkplätze. Wenige hundert Meter entfernt stehen auf dem Festplatz weitere Parkplätze zur Verfügung.

 

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